Leseförderung

Moderne Medien wie Fernsehen, Computer, Internet, Videos und CDs haben in vielen Haushalten das traditionelle Medium "Buch" verdrängt. Die Grundschule muss sich mit den neuen Herausforderungen auseinander setzen und eine breit angelegte Leseförderung anbieten.

 

1. Richtig lesen von Anfang an

 

1.1. Leselehrgang

Für unsere Schulanfänger hat der Erwerb von Lesekompetenz ganz viel mit Motivation und mit sinnvollen Übungsformen zu tun.

An der KGS Blücherstraße setzen wir vielfältiges und fächerübergreifendes Material zum Lesemlernen ein. Alle erforderlichen Teilleistungen werden bei den kompletten Analyse –Synthese –Prozessen mit geübt. Die Kinder können nach kurzer Zeit unbekannte Wörter mit ihnen bekannten Buchstaben und der Anlauttabelle erlesen und verschriften. Dadurch werden schon zu einem frühen Zeitpunkt selbstbestimmte Lernprozesse möglich, beim Schreiben und beim Lesen. Von Anfang an werden die Kinder durch verschiedene Situationen zum Schreiben und zum Lesen motiviert. Die unterschiedlichen Arbeitsmaterialien haben die Ziele, die bereits gelernten Buchstaben und Wörter zu festigen, durch ein erneutes Aneinanderreihen der bereits bekannten Buchstaben neue Wörter zu bilden sowie durch Umstellen der bereits bekannten Wörter neue Sinninhalte zu erschließen. Außerdem wird durch die differenzierten Aufgabenstellungen eine gewisse geistige Flexibilität der Schüler und Schülerinnen gefördert und das Denken sowohl als auch das Handeln erweitert. Unsere Lehrerinnen und Lehrer achten dabei von Beginn an darauf, dass die Laute nicht nur zu Wörtern aneinandergereiht, sondern immer zum gelesenen Wort eine Bedeutung assoziiert wird (sinnentnehmendes Lesen).

 

Um Leseanreize zu schaffen und die Kinder zum Lesen zu verführen und die Lesefreude zu erhalten, haben wir in unseren Klassen vom ersten Schuljahr an Leseecken eingerichtet. Die Kinder können jeden Tag in der Schüerbücherei Bücher ausleihen. Die Bücher sind so präsentiert, dass die Kinder nach Möglichkeit die Vorderseite des Buches sehen können. Dadurch bietet sich für sie ein sehr viel stärkerer Anreiz zum Zugreifen. Jedes Kind hat die Möglichkeit, auf seinem Niveau und nach seinem Interesse zu lesen. Der Förderverein ergänzt schon seit Jahren regelmäßig die Buchanschaffungen.


1.2. Vorlesen

In Zeiten nachlassender Lesemotivation und –fähigkeit und zahlreicher „buchferner“ Elternhäuser, ist es sehr wichtig, Kindern vorzulesen.

In allen Klassen wird gleich zu Anfang des Schuljahres eine regelmäßige gemeinsame Lesezeit verabredet (die Zeitdauer kann von wenigen Minuten bis zu einer Schulstunde variieren). – das Grundprinzip ist hierbei immer die Freiwilligkeit. In manchen Klassen steht vor der Tafel ein „Lesesessel“ oder „Lesethron“, der speziell zum Vorlesen bestimmt ist. Dort sitzt die Lehrerin beim Vorlesen, aber auch die Kinder können sich dort hinsetzen. Zuhörer finden sich immer rasch, wenn ein Kind im Lesesessel sitzt. (siehe Grundschulzeitschrift 1994, Bücher von Anfang an, Erika Brinkmann/Miriam Weiß)

Kinder lernen dabei, gerne und gut zuzuhören (Förderung der Konzentration), Fragen zu stellen und sich über das Gelesene zu unterhalten (Erweiterung des Wortschatzes). Außerdem schafft Vorlesen Nähe und Geborgenheit.


1.3. Klassenlektüren

Ab dem zweiten Schuljahr lesen unsere Kinder regelmäßig Klassenlektüren. Neben Klassikern wie:
 „Ben liebt Anna“ oder „Hanno malt sich einen Drachen“, wählen wir auch unterhaltsame Klassenlektüren, z. B. Krimis, Gruselgeschichten, Abenteuergeschichten, etc. (s. Liste Klassenlektüre). Klassensätze stehen in der Schule und werden regelmäßig ergänzt, bzw. erneuert. Der Förderverein übernimmt die Anschaffungskosten.

 

 

2. Lesekompetenz und Neue Medien

Im Medienraum unserer Schule steht den Schülern ein gut sortiertes Sortiment beispielhafter Software zur Verfügung, das zum Lesen und Schreiben motiviert und individuelles und differenziertes Lernen ermöglicht.

Außerdem nehmen verschiedene Klassen unserer Schule an Projekten über das Internet teil und schulen auch dadurch ihre Lese – und Schreibfähigkeit.


2.1. Förderung der Lesekompetenz durch antolin.de

Antolin.de ist ein Internet-Programm zur Leseförderung, das für Schulen und andere pädagogische Einrichtungen konzipiert wurde.
Es will Schüler und Schülerinnen zum Lesen von Ganzschriften anregen. Das Hauptaugenmerk liegt auf sog. Klassikern der Kinder- und Jugendbuchliteratur sowie ausgewählten Neuerscheinungen.

Die Lehrerin, loggt sich mit Kontonamen und Passwort bei Antolin.de ein, legt eine neue Klasse und für jedes Kind der Klasse ein eigenes Konto mit individuellem Kennwort an. Sie kann bis zu drei Klassen anmelden und hat nur Daten- Zugriff auf die von ihr eingetragene Klasse. 
Die Schüler können die Fragen zu den Büchern in der Schule, aber auch zu Hause in Antolin.de bearbeiten.
Die Anteilnahme der Eltern an der Lese-Entwicklung ihrer Kinder ist sehr erwünscht. Sie haben über Antolin.de eine gute Möglichkeit, diese zu verfolgen und anzuregen.


2.1.1. Das Vorgehen:

Die Schüler lesen Bücher aus der Klassenbücherei, Schulbücherei, Stadtbibliothek, Gemeindebücherei oder private Bücher.
Antolin.de präsentiert ihnen 15 Fragen (+ jeweils drei Auswahlantworten).
Richtige Antworten werden mit Punkten belohnt, die nach Schwierigkeit der Bücher gestaffelt sind.
Jedes Buch kann nur einmal (innerhalb von 20 Minuten) bearbeitet werden. Wenn ein Schüler eine bestimmte Punktzahl erreicht hat (oder bei Abschluss des Schuljahres), erhält er eine Urkunde.

 
2.1.2. Lese-Konten der Schüler:

Jeder Schüler besitzt ein „Lese-Konto“, das mit „Benutzername“ und „Kennwort“ geöffnet wird. Es führt durch die Fragen, gibt aber auch Auskunft über die gelesenen Bücher, über Erfolge bei der Beantwortung der Fragenkataloge, über den Punktestand und die Leseaktivität.


2.1.3. Lesekonten der Lehrer:

Der Lehrer erhält auf einer nur für ihn zugänglichen Seite Informationen über die Lesetätigkeit seiner Schüler. Er sieht auf einen Blick:

  • die Zahl der gelesenen Bücher sowie die erreichte Punktzahl eines jeden Schülers
  • die Zahl der gelesenen Bücher sowie die erreichte Punktzahl der gesamten Klasse
  • die Intensität des Lesens bezogen auf Monate
  • die gelesenen Bücher in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad

Zusätzlich erhalten sowohl der Lehrer viele Tipps für den Unterricht als auch die Eltern Tipps zur Weckung der Lesefreude.

 

 

 

 

© Sämtliche Rechte, soweit nicht anders angegeben, liegen bei der Katholischen Grundschule Blücherstraße Troisdorf.
Das Lesekonzept entstand unter zu Hilfenahme folgender Quellen:
Die Grundschulzeitschrift, Friedrich Verlag, Heft 75/ 1994
Die Grundschulzeitschrift, Friedrich Verlag, Heft 104, Mai 1997
Die Grundschulzeitschrift, Friedrich Verlag, Heft 150, Dezember 2001
Die Grundschulzeitschrift, Friedrich Verlag, Sammelband „Umgang mit Büchern“
Magazin für die Grundschule, Cornelsen Verlag, April 2003
Altenburg, Erika, Wege zum selbstständigen Lesen: 10 Methoden der Texterschließung, Frankfurt a. M., Cornelsen Scriptor 1991
Karl-Heinz Heyden, Werner Lorenz, Lernen mit dem Computer in der Grundschule, Cornelsen Scriptor 2002
Handreichung Umi-Fibel, Cornelsen Verlag

www.learn-line.nrw.de

www.dgls.de.koeln