Gemeinsames Lernen

Kindheit ist heute durch große Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Lebensumstände gekennzeichnet. Das Spektrum der Möglichkeiten hat sich in allen Lebensbereichen erweitert - in den Familienverhältnissen, Beziehungen zu Freunden und Gleichaltrigen, Schulformen, Tagesabläufen, Konsumgewohnheiten wie auch ethisch und kulturell geprägten Lebensformen. Ob man als Mädchen oder Junge, sozial benachteiligtes oder privilegiertes, krankes oder gesundes Kind groß wird: Mit den Lebensumständen unterscheiden sich die Erfahrungen, so dass sich die Kindheit des einen Kindes und die des anderen nur bedingt ähneln.


Die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Kindern machen es für uns als Grundschule zunehmend unverzichtbar, die Kinder bewusst in Gemeinschaft leben und lernen zu lassen. Schule ist nicht nur Lernort, sondern mehr und mehr auch Lebensort geworden. Geborgenheit, Offenheit, Mitbestimmung und Herausforderungen sind Grundbedingungen, die Kinder in unserer Schule erfahren sollen.

Um die Herausforderungen des Lebens und Lernens meistern zu können, brauchen Kinder unsere gemeinsame Unterstützung. Das Recht jedes Kindes auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung gilt seit 2005 als Grundlage des neuen Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen. Im Sinne der Richtlinien und Lehrpläne des Landes schließt diese Förderung sowohl Kinder mit Lernrückständen als auch Kinder mit besonderen Begabungen und Neigungen ein. Daher fördern wir im gesamten Schulalltag (7.50-15.00/16.00 Uhr) unsere Kinder mit unterschiedlichen Lernangeboten.

 

Gemeinsame Verantwortung als Grundprinzip unserer Schule

Die veränderten Lebensumstände und das soziale Umfeld unserer Schule machten den Weg zur Inklusion unumgänglich, so dass die KGS Blücherstraße seit 2014 auf dem Weg einer ausgewiesenen inklusiven Schule ist.

Gemäß dem Leitgedanken von Maria Montessori

 

„nimm mich an wie ich bin, fühle mir nach, warum ich so bin, geh mit mir, damit ich meinen Weg finde“

 

steht das gesamte Team der KGS Blücherstraße jedem Kind und jeder Herausforderung tagtäglich offen gegenüber. Jedes Kind ist zu jedem Zeitpunkt herzlich willkommen und hat den Anspruch darauf, nach seinen Bedürfnissen gefördert und gefordert zu werden. Um diesem Anspruch, allen Kindern und damit den unterschiedlichen Lerntypen und deren Fähigkeiten gerecht zu werden, bieten wir eine große Bandbreite von Förder- und Forderangeboten und ein großes Maß an  persönlichem Engagement.

Grundsätzlich erfordert das Gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf eine Grundhaltung, die die gemeinsame Verantwortung für alle Schülerinnen und Schüler einer Schule zum Ausdruck bringt. Das Ziel von Integration und Inklusion besteht also darin, die unterschiedlichen Kompetenzen zusammenzuführen, damit sie letztlich allen Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen. Hierfür wurden und werden stetig Rahmenbedingungen geschaffen und neu überdacht, die eine durchgreifende und individuelle Förderung ermöglichen.
Unsere derzeitigen Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Individualisierung stellen sich folgendermaßen dar.

  • Klassenlehrerprinzip in jahrgangsgebundenen Klassen
  • Gemeinsames Lernen, d.h. Förderung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne ausgewiesenem Förderbedarf in allen Klassen
  • Förderung durch die Sonderpädagogin, die Lehrer und engagierte Eltern
  • Nachmittagsbetreuung durch die Trogata sowie AWO
  • Angebot ganztagsgebundener Klassen, d.h. Klassenunterricht von 8-15 Uhr
  • Feste Teampartner der Trogata in jeder Klasse -> Damit verbunden ist ein enger Austausch über die Kinder sowie eine Unterstützung im Unterricht, in der Lernzeit und in Eltern-Gesprächen.
  • Intensive Zusammenarbeit mit Kitas, weiterführenden Schulen, außerschulischen Institutionen und dem Jugendamt

 

Im Zuge der Inklusion bekommt der Begriff „Förderung“ eine zusätzlich sonderpädagogische Rolle zugeschrieben. Hierbei sind die Sonderpädagogin, die Lehrkräfte, die Schulleitung und nicht zuletzt die außerschulischen therapeutischen Institutionen im engen gemeinsamen Austausch und arbeiten gemeinsam an diesem Prozess mit.  Damit können wir in diesem Rahmen folgende sonderpädagogische Förderangebote benennen, die auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist:

  • Intensiver Austausch vor Schuleintritt mit den Kitas
  • Teamteaching im Klassenverband
  • Innere (im Klassenverband) sowie äußere (im lärm- und reizarmen Umfeld, Kleingruppen) Differenzierung
  • Entsprechend dem Bedarf des Kindes ausgewähltes Fördermaterial
  • Diagnostische Begutachtung durch standardisierte Testverfahren
  • Fördermaßnahmen wie Anti-Aggressionstraining, Sport-Förderangebote…

 

Dabei ist der rege Austausch mit der jeweiligen Klassenlehrkraft und mitwirkenden außerschulischen Institutionen unerlässlich. Die Entscheidungsgrundlage bildet dabei das aktuelle Bedürfnis des einzelnen Kindes sowie die überlegte Förderplanung, die in einem individuellen, fortgeführten Förderplan dokumentiert wird.